Ephata - öffne dich
 

Text: © Thomas Pohl 

Bilder: © Friederika Paulus aus Schwalbach-Elm 

(Sie war 2016 an diesen besonderen Orten und hat die Bilder zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!)



Die Bibel

…hochgeschätzt und schwierig zugleich…

Sie ist Gottes Wort in Menschenwort.

Sie ist Urzeugnis unseres Glaubens und enthält grundlegende Glaubenserfahrungen.

Sie ist Träger der Heilsbotschaft und Wahrheit.


Die Bibel - mehr als ein Buch. 

Herzliche Einladung an alle, die sich mit den Texten der heiligen Schrift, deren geschichtlichem Hintergrund 

und Menschen des Glaubens auseinandersetzen wollen.



„Himmel und Hölle oder das Reich der Toten“

Wie ist das mit der Gnade und der Werkgerechtigkeit?!

 

 

I.)     „scheol“ – Das Reich der Toten


Judentum:

Im jüdischen Glauben ist der Scheol das Totenreich, in welches alle Menschen, sowohl Gerechte als auch Ungerechte, nach dem Tod hinabsteigen müssen um dort ein Leben in Finsternis und Trostlosigkeit zu führen. Jahwe herrscht über das Totenreich und kann Tote von dort wieder zurückführen.

 

Christentum:

Im christlichen Glauben wird der Scheol ebenfalls als Totenreich und Aufenthaltsort der Toten gesehen. Jedoch ist dieser Ort nicht das endgültige Ziel der Seelen, denn dem christlichem Glauben gemäß ist Jesus in der Zeit zwischen seinem Tod und seiner Auferstehung in das Reich der Toten, in die Unterwelt (wörtlich übersetzt: unterste Tiefe) hinabgestiegen.

Nach Hans Urs von Balthasar (Schweizer Theologe und Konzilsberater) ist die Unterwelt, in die Jesus hinabstieg, als ein Ort der Gottverlassenheit zu verstehen, die Jesus auf sich genommen habe, um den Menschen nahe zu sein, die sich gegen Gott entschieden hatten. Jesus selbst erfährt sein Leiden als „Gottverlassenheit“. Durch seinen Tod und seine Auferstehung wird deutlich, Gott ist wirklich da, am Ort äußerster Gottverlassenheit.

(vgl. Lukas 10, 15-20)

Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat. Die Zweiundsiebzig kehrten zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen. Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können. Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.



II.)   Das Tun des Willens Gottes


(vgl. Matthäus 7, 21)

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! , wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.

Bei Matthäus geht es nicht nur darum, das Wort Gottes zu hören, sondern es geht immer um ein konkretes Handeln. Auch spricht das Mt.- Evangelium oft vom Lohn des gerecht Handelnden und von der Bestrafung des Ungerechten. Lohn gibt es entsprechend der Taten. Die Bestrafung durch das Gericht wird in grellen Farben ausgemalt. (…geworfen werden in das ewige Feuer, Feuer der Hölle, die äußerste Finsternis, ein Ort des Heulens und Zähneknirschens)

Anliegen des Evangeliums ist es nicht Gerichtsangst zu verbreiten, sondern es schärft die Ernsthaftigkeit des Tuns und die Wichtigkeit des Handelns. Matthäus will die Leser aufrütteln und sie vor die Wahl stellen Recht oder Unrecht.

(vgl. Lukas 10, 26-28)

Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben.

 


III.)  Die Gnade und Güte Gottes

 

Es gibt auch Passagen im Mt.- Evangelium, in denen durchaus die Gnade und Güte Gottes aufleuchten. So bringt Matthäus als einziger das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.

Vers 15b: „Ist dein Auge neidisch, weil ich gütig bin?“

Für Matthäus ist Jesus der Richter der Endzeit. Dieser Jesus ist kein Unbekannter, ein unberechenbarer Richter, sondern der Menschensohn, der nach dem Maßstab der Liebe und Güte richten wird. Er ist der Immanuel, der Gott mit uns, bis ans Ende der Welt. Oberster Maßstab ist die Güte und Liebe Gottes.

(vgl. Matthäus 28,20)

Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

 

 

IV.)  Die Rechtfertigung des Menschen durch Gott

Paulus spricht immer von der Gerechtsprechung durch Gott, d.h. eine Gerechtigkeit, die von Gott kommt und die dem Menschen geschenkt wird.

Wen Gott „recht“ spricht, der ist von Gott angenommen.

Gerechtigkeit ist Gabe und Geschenk. Man kann es sich nicht verdienen. Paulus hat dabei alle Menschen im Blick. Versöhnung mit Gott, bedeutet Heil! Dies war der Auslöser zur Reformation! Der Schwerpunkt liegt auf „glauben“ und nicht auf „handeln“. Die einzige Bedingung für die Gerechtigkeit Gottes ist der Glaube. Erlösung durch den Tod ist ein Gnadengeschehen.

Wir sterben in einem Moment, in dem wir noch nicht vollendet sind, in dem noch viel Potential da ist, aber auch vieles, was nicht gelungen ist. Gott hat uns als Kunstwerk gedacht und wir liefern ein Fragment ab, an dem es noch einiges zu schnitzen gibt.

„Ich glaube daran, dass ich nach dem Tod dem lebendigen Gott begegne und dieser mir aufzeigt, „was ich hätte sein können und was ich tatsächlich gewesen bin“. Dies sei sicherlich ein schmerzhaftes Erlebnis. Diese Diskrepanz wird uns erschrecken und wir müssen die Verantwortung übernehmen für das, was wir getan haben. Doch Gott sagt uns dass er uns mit seiner Hilfe verwandeln und in die Vollendung führen werde, aber ohne erhobenen Zeigefinger und ohne eine Hölle mit Folter, Gefängnis und Siedeofen.  Die Kirche hat mit Bildern wie dem vom Fegefeuer und der Hölle, Angst vor dem Tod gemacht, und dafür müssen wir Buße tun. Denn Jesus geht es nicht darum, Sünden aufzuzählen, sondern jedem Menschen Heil und Rettung zuzusagen. Um sich vorzustellen, was nach dem Tod kommt, braucht der Mensch Bilder, aber das müssen Bilder der Zuversicht, der Hoffnung sein, Bilder, die uns helfen und voranbringen, auch wenn sie uns keine endgültige Antwort geben können. (Glaubensgespräch mit Kardinal Marx)          

 

(Schriftlesungen zum Thema als PDF-Datei - siehe unten!)






2. Thema
Schriftlesungen zum Thema.pdf (245.18KB)
2. Thema
Schriftlesungen zum Thema.pdf (245.18KB)



3. Thema
Die besondere Stellung des Petrus im Matthäusevangelium und seine Bedeutung für die Kirche
Die besondere Stellung des Petrus im Matthäusevangelium.pdf (230.75KB)
3. Thema
Die besondere Stellung des Petrus im Matthäusevangelium und seine Bedeutung für die Kirche
Die besondere Stellung des Petrus im Matthäusevangelium.pdf (230.75KB)




4. Thema
Der Seewandel Jesu und des Petrus
Der Seewandel Jesu und des Petrus.pdf (242.94KB)
4. Thema
Der Seewandel Jesu und des Petrus
Der Seewandel Jesu und des Petrus.pdf (242.94KB)


4. Thema
Der Seewandel Jesu und des Petrus
Schriftlesungen zum Thema 4.pdf (224.67KB)
4. Thema
Der Seewandel Jesu und des Petrus
Schriftlesungen zum Thema 4.pdf (224.67KB)



5. Thema
Himmel und Hölle oder das Reich der Toten
Schriftlesungen zum Thema 5.pdf (204.91KB)
5. Thema
Himmel und Hölle oder das Reich der Toten
Schriftlesungen zum Thema 5.pdf (204.91KB)